Liebe Mitglieder des DVF – Deutscher Verband für Fotografie e.V. – im Landesverband Rheinland,
am 22. August 2026 fand die Jurierung der Landesfotoschau 2026 des DVF-Landesverbandes Rheinland statt. Insgesamt 568 Bilder wurden für den diesjährigen Wettbewerb eingereicht, 543 davon gingen nach der Vorprüfung in die Jurierung.
Ein besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr auf einem transparenten und nachvollziehbaren Ablauf sowie einer umfassenden Sicherung der Juryergebnisse. In mehreren Wertungsrunden entschied die vierköpfige Jury über Annahmen, Urkunden und Medaillen. Die Ergebnisse wurden dabei nach dem Vier-Augen-Prinzip dokumentiert und am Ende jeder Runde nochmals gemeinsam überprüft und freigegeben.
Die abschließenden Prüfungen laufen derzeit noch. Schon bald können wir die Ergebnisse der Landesfotoschau 2026 und natürlich auch die Landesfotomeisterin oder den Landesfotomeister 2026 bekannt geben.
Bericht zur Jurierung
Wir bedanken uns herzlich bei unserer Jury:
- Michaela Pecat
- Prof. Dr. Gesine Szurman
- Steffen Klos
- Reinhard Wagner
Ebenso danken wir der Fotografischen Gesellschaft 1925 Düren e.V. für die Ausrichtung der Jurierung sowie dem KOMM Kulturzentrum für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.
Vorbereitung der Jurierung
Bereits im Vorfeld des Jurytermins fand am 17. August 2026 ein Briefing mit der Jury statt. Dabei wurden die Ausschreibung, der Ablauf der Jurierung sowie bereits aufgefallene, von der Ausschreibung abweichende Bilder besprochen.
Am Samstag, den 22. August, wurde ab 8:30 Uhr mit dem Aufbau für die Jury und die Zuschauerinnen und Zuschauer begonnen. Gegen 9:30 Uhr trafen die ersten Gäste ein.
Um 10:00 Uhr begann die Jurierung mit einer Einführung zu den Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung bei der Durchführung sowie insbesondere zur Sicherung und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse. Diese Punkte waren zum Teil bereits Gegenstand des Jurybriefings beziehungsweise aus diesem hervorgegangen.
Mit einigen kleineren Pausen wurde anschließend durchgehend bis etwa 16:15 Uhr juriert.
Ablauf der Jurierung
Bei der Prüfung und Jurierung wurde sich konsequent an die Ausschreibung gehalten. Auch geringe Abweichungen von den dort festgelegten Vorgaben konnten im Sinne einer Gleichbehandlung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht zugelassen werden.
Dies führte in Abstimmung mit der Jury bereits im Vorfeld des Jurytermins zur Disqualifikation von insgesamt 25 Bildern.
Von den ursprünglich 568 eingereichten Bildern gingen damit 543 Bilder in die Jurierung.
Vor Beginn der Jurierung wurde mir als Veranstalter der LaFo 2026 eine Liste aller eingereichten Bilder aus dem Wettbewerbstool übergeben. Eine Kopie dieser Liste erhielt der Ausrichter des Jurytermins, die Fotografische Gesellschaft 1925 Düren e.V., vertreten durch Heinz Jörres.
Ebenso lag eine Liste der zu diesem Zeitpunkt bereits disqualifizierten Bilder vor und wurde mit übergeben.
Beide Listen enthielten ausschließlich die Bildtitel und Mitgliedsnummern. Auf die Nennung von Namen wurde bewusst verzichtet, um ein Höchstmaß an Datenschutz und eine neutrale Zuordnung der Arbeiten zu gewährleisten.
Ablauf der Juryrunden
Die Wertung erfolgte getrennt nach Altersklassen. In diesem Jahr wurden allerdings ausschließlich Bilder der Altersklasse AK3 eingereicht.
Innerhalb der Altersklasse erfolgte die Bewertung nach den sieben ausgeschriebenen Sparten. Begonnen wurde mit der größten Sparte Freies Thema – Farbe. Anschließend folgtenSerien/Sequenzen, Architektur/Technik, Menschen, Schwarzweiß (ohne Tonung), Landschaft sowie Natur- und Tierfotografie.
Die Jury stimmte in jeder Runde über die gezeigten Bilder ab. Das jeweilige Abstimmungsergebnis wurde zunächst elektronisch über das Abstimmungstool erfasst und im 4-Augen-Prinzip in die Datei übernommen.
Nach dem 88. Bild fiel leider das hierfür notwendige WLAN aus und konnte trotz mehrfacher Versuche nicht wiederhergestellt werden. Deshalb wurde die Erfassung auf ein manuelles Verfahren umgestellt.
Die Ergebnisse wurden ab diesem Zeitpunkt weiter nach dem Vier-Augen-Prinzip fortgeschrieben: einmal in einer Liste als Fortführung der bisherigen elektronischen Erfassung und parallel dazu direkt im Wettbewerbstool.
Die Wertung erfolgte gemäß Regelwerk im Rundensystem. In der ersten Runde stimmten die Juroren über die Bilder der einzelnen Sparte für die Annahmen ab. Bilder mit keiner oder nur einer Stimme fielen gemäß Regelwerk raus, wenn genug Bilder ab zwei Stimmen aufwärts vorhanden waren. Blieben dann zu viele Bilder gemäß Quotenregelung in den Annahmen, wurden die schwächsten Bilder aus allen verblieben Bildern (2 bis 4 Stimmen) von der Jury abgewählt, bis die maximal zulässige Anzahl erreicht war. Es kam in keiner Sparte zu einer notwendigen Nachwahl, da immer die Mindestzahl an Bildern erreicht war.
Alle ausgewählten Fotos – je nach Juryrunde Annahmen, Urkunden oder Medaillen – wurden der Jury am Ende der jeweiligen Runde nochmals gezeigt. Damit konnte die Jury das Ergebnis noch einmal im Zusammenhang betrachten, überprüfen und anschließend freigeben.
Neben der Erfassung in den Listen wurden die ausgewählten Bilder der Annahmen, Urkunden und Medaillen pro Sparte zusätzlich fotografisch dokumentiert.
Alle Wettbewerbsbilder wurden je Sparte in der Reihenfolge ihrer Präsentation mit einer Bildnummer exportiert. Diese Bildnummer entsprach der jeweiligen Bewertungsnummer in den Ergebnislisten und ermöglichte damit eine eindeutige Zuordnung.
Nach Abschluss der Jurierung wurden auch die Endergebnisse aus dem Wettbewerbstool exportiert und übergeben.
Als zusätzliche Sicherungsmaßnahme wurde – ebenfalls in Abstimmung mit der Jury – die gesamte Jurierung per Video aufgezeichnet. Dadurch bestand die Möglichkeit, Entscheidungen und Abläufe bei Bedarf auch nachträglich zu kontrollieren. Nach dem heutigen Abschluss der Ergebnisprüfung wurde diese Aufzeichnung aus Datenschutzgründen gelöscht.
Zu beachten ist, dass nach Abschluss der eigentlichen Jurierung noch weitere Prüfungen der Bilder stattfinden. Diese können gegebenenfalls auch nachträglich zum Ausschluss einzelner Bilder führen.
Disqualifikationen
Im Rahmen der Vorprüfung zur Jurierung kam es zu folgenden Disqualifikationen:
Sparte 1 – Freies Thema, Farbe
Falsche Sparte, da Schwarzweiß: 2 Fotos
Sparte 2 – Freies Thema, Schwarzweiß (ohne Tonung)
Falsche Sparte, da Farbe: 2 Fotos
In der Ausschreibung ist für diese Sparte ausdrücklich „Schwarzweiß (ohne Tonung)“ vorgegeben.
Bei der Prüfung waren bei 13 Fotos Tonungen beziehungsweise sichtbare Veränderungen gegenüber einem reinen Schwarzweißbild festzustellen. Da es bei der Anwendung der Ausschreibung um die Gleichbehandlung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer geht, wurden dabei auch minimale sichtbare Veränderungen berücksichtigt.
Sparte 3 – Natur- und Tierfotografie, Farbe oder Schwarzweiß
Keine Beanstandungen
Sparte 4 – Landschaft, Farbe oder Schwarzweiß
Keine Beanstandungen
Sparte 5 – Architektur/Technik, Farbe oder Schwarzweiß
Keine Beanstandungen
Sparte 6 – Menschen
Disqualifikation, da keine Menschen abgebildet waren: 1 Foto
Disqualifikation aus ethischen Gründen aufgrund der Darstellung einer hilflosen Person: 1 Foto
Sparte 7 – Serien/Sequenzen
Für diese Sparte enthält die Ausschreibung eine eindeutige Vorgabe:
„Serien/Sequenzen werden auf einer Bilddatei als freibleibendes Tableau eingereicht, das aus mindestens 3 Einzelbildern besteht.“
Da diese Vorgabe nicht erfüllt war, wurden 3 Fotos beziehungsweise Einreichungen disqualifiziert.
Wiederverwendung bereits erfolgreicher Bilder
Die Ausschreibung legt hierzu fest:
„Erfolgreiche Bilder eines Landeswettbewerbs, auch aus anderen Landesverbänden, dürfen nicht noch einmal eingereicht werden. Dies gilt auch, wenn diese Bilder in abgewandelter Form eingereicht werden.“
Aufgrund dieser Regelung erfolgten weitere Disqualifikationen:
Sparte 1 – Farbe: 1 Foto
Sparte 6 – Menschen: 1 Foto
Sparte 7 – Serien/Sequenzen: 1 Foto
Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass bei den weiteren Überprüfungen noch Bilder wegen einer Wiederverwendung oder aufgrund der Verwendung nicht eigener Bildelemente nachträglich disqualifiziert werden müssen.
Nach der Jurierung ist vor der Prüfung
Mit Abschluss der Jurierung ist der Wettbewerb noch nicht vollständig abgeschlossen. Aktuell werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit erfolgreichen Bildern im Bereich der Urkunden und Medaillen angeschrieben und gebeten, ihre RAW-Dateien zur Prüfung einzureichen. Diese Prüfungen sind ein zeitaufwendiger manueller Prozess und noch nicht vollständig abgeschlossen.
Bei einer nachträglichen Disqualifikation erfolgt keine Nachnominierung anderer Fotos.
Ebenso erhalten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit erfolgreichen Bildern aus der Kategorie Menschen, auf denen Personen erkennbar sind, eine E-Mail mit der Bitte, die erforderliche Einwilligung der fotografierten Personen nachzureichen. Siehe hierzu auch den Artikel von Wolfgang Rau im DVF Journal.
An der Wertung der Bilder wird sich dadurch nichts ändern. Bilder, für die die erforderliche Erlaubnis nicht vorliegt, werden jedoch nicht veröffentlicht.
Für zukünftige Wettbewerbe sollte diese Thematik noch einmal aufgegriffen werden, damit die gesetzlichen Anforderungen möglichst bereits bei der Einreichung der Bilder vollständig berücksichtigt werden können.
Nun laufen die abschließenden Prüfungen und ich freue mich darauf, euch schon bald die Ergebnisse der Landesfotoschau 2026 sowie die diesjährige Landesfotomeisterin oder den Landesfotomeister 2026 präsentieren zu können.
Viele Grüße
Marcus Westen